Rechtsanwalt für Schmerzensgeld

Ein Anspruch auf Zahlung von Schmerzensgeld besteht, wenn Schäden entstanden sind, die nicht bezifferbar sind und bei denen ein regulärer Schadensersatzanspruch nicht greift (immaterielle Schäden). Dies ist beispielsweise der Fall bei erlittenen Schmerzen, seelischen Belastungen und ähnlichen Beeinträchtigungen, die zwar durchaus beschrieben werden können, aber aus sich selbst heraus nicht bezifferbar sind. Es ist diesem Schaden lediglich ein Geldwert beizumessen.

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Schmerzensgeld soll insofern – anders als Schadensersatz – nicht dem Ausgleich der erlittenen Schäden dienen, sondern gewissermaßen eine Kompensations- und eine Genugtuungsfunktion für das ertragene Leid haben.

Im Laufe der Zeit hat sich eine sehr umfangreiche Rechtsprechung ausgebildet, die grobe Richtwerte für die Höhe des Schmerzensgeldes bei bestimmten Verletzungen und Beeinträchtigungen gibt. Die Entscheidung trifft letzten Endes allerdings stets der jeweilige Richter. Dabei fließen viele Faktoren in eine Gesamtbetrachtung ein (z.B. die Dauer und Schwere der Verletzung, ob eine dauernde, möglicherweise gar lebenslange Beeinträchtigung vorliegt, ob es zu bleibenden Folgen wie Narben, Entstellungen gekommen ist).

Häufig stehen Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche nebeneinander. Ist es im Rahmen einer ärztlichen Behandlung zu Fehlern gekommen, die sich langfristig auf die Gesundheit des Patienten auswirken, kann dieser einen Anspruch auf Ersatz der Folgeschäden haben (z.B. für notwendige nachfolgende Behandlungen).

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Meldungen zum Thema Schmerzensgeld, Schadensersatz, Behandlungsfehler

  • OLG Hamm: 100.000 € Schmerzensgeld wegen grob fehlerhaft nicht abgeklärter Hautkrebssymptomatik an einem Zehennagel

    Mit Urteil vom 27.10.2015 hat das Oberlandesgericht Hamm (26 U 63/15) eine dermatologische Gemeinschaftspraxis wegen eines groben Behandlungsfehlers zur Zahlung von 100.000 € Schmerzensgeld verurteilt.

    Die zwischenzeitlich verstorbene Ehefrau des Klägers war wegen einer Auffälligkeit an einem Zehennagel nach einer hausärztlichen Überweisung von einem der beklagten Hautärzte behandelt worden. Nach sachverständiger Begutachtung gelangte das Gericht zu der Auffassung, dass neben einem Nagelhämatom auch eine Pilzerkrankung und ein Melanom (ein bösartiger Tumor) in Betracht gekommen waren. Mehr…

  • OLG Hamm: 200.000 € Schmerzensgeld wegen grob fehlerhaft unterlassener Befunderhebung

    Mit Urteil vom 03.07.2015 hat das Oberlandesgericht Hamm (26 U 104/41) eine Hausärztin wegen eines groben Befunderhebungsfehlers zur Zahlung von 200.000 € Schmerzensgeld verurteilt. Wegen noch nicht absehbarer zukünftiger Schäden hat die Beklagte darüber hinaus auch für diese einzustehen (immaterieller Vorbehalt). Mehr…

  • OLG Hamm: Fehlende Aufklärung eines Zahnarztes über alternative Anästhesieform

    Mit Urteil vom 19.04.2016 hat das Oberlandesgericht Hamm (26 U 199/15) einen Zahnarzt wegen eines Aufklärungsfehlers zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt, da er nicht über eine gleichwertige alternative Anästhesieform aufgeklärt hatte.

    Der Patient hatte vor der Behandlung angegeben, Angstpatient zu sein. Der Arzt wählte als Anästhesieform eine sog. Leitungsanästhesie. Bei dieser Form der örtlichen Betäubung werden gezielt Nerven im betroffenen Bereich betäubt. Über die alternative Möglichkeit einer sog. intraligamentären Anästhesie, bei welcher das Betäubungsmittel stattdessen in den Desmodontalspalt zwischen Zahnwurzel und umgebendem Gewebe gespritzt wird, hatte er hingegen nicht aufgeklärt. Mehr…

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