Geburtsschaden nach Behandlungsfehler – 550.000 Euro Schmerzensgeld

Veröffentlicht am: 23.03.2018

Geburtsschäden sind häufig nicht einfach nur Schicksal, sondern leider auch immer wieder die schwerwiegende Folge von Behandlungsfehlern. Neben der emotionalen Belastung und der Pflege für das Kind kommen auch erhebliche finanzielle Belastungen auf die Familie zu. Zumindest in finanzieller Hinsicht kann den Eltern geholfen werden. Sind die Geburtsschäden auf Behandlungsfehler der Ärzte oder Hebammen zurückzuführen, können Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche für das betroffene Kind durchgesetzt werden.

Rechtsanwältin Annika Brčvak, KQP Rechtsanwälte / Hamm, hat sich auf das Arzthaftungsrecht spezialisiert. Ihr ist klar, dass es eine zusätzliche Belastung für die Eltern ist, Ansprüche gerichtlich geltend zu machen. „Auch wenn es kein Trost ist, kann das Schmerzensgeld zumindest die finanziellen Folgen eines Geburtsschadens mindern. Die Pflege des Kindes verursacht auch immense Folgekosten über Jahre hinweg“, so Rechtsanwältin Brčvak.

Behandlungsfehler können zu schwersten gesundheitlichen Schäden bei den Neugeborenen führen, unter denen sie oft ihr Leben lang zu leiden haben. So war es auch in einem traurigen Fall, den das Landgericht Offenburg zu entscheiden hatte. In einem Klinikum war es bei der Frühgeburt eines Kindes im Jahr 2008 zu scheren Komplikationen mit gravierenden Konsequenzen gekommen. Das Mädchen erlitt Hirnblutungen, die u.a. zu Bewegungsstörungen, Blindheit und Epilepsie führten. Dem schwerbehinderten Kind wurde Schmerzensgeld in Höhe von 550.000 Euro zzgl. Zinsen zugesprochen. Die beklagte Klinik und der zuständige Arzt konnten sich in dem Verfahren nicht entlasten und beweisen, dass es auch ohne ihre Fehler zu Hirnblutungen gekommen wäre. Zudem haften sie auch für Zukunftsschäden des Mädchens.

Darüber hinaus stehe dem Kind auch materieller Schadensersatz zu, so das Gericht. Die Höhe dieses Schadensersatzes blieb in der Verhandlung aber noch offen. Gefordert wurden 65.000 Euro. „Bei der Summe muss bedacht werden, dass für die Pflege des Kindes monatlich hohe Kosten entstehen. Da bewegt sich die Forderung sogar noch im unteren Bereich“, sagt Rechtsanwältin Brčvak.

Auch wenn es für die Eltern nach Geburtsschäden schwer ist, ihre Ansprüche geltend zu machen. Die finanziellen Folgen von Behandlungsfehlern müssen sie bei erfolgreicher Durchsetzung der Ansprüche nicht alleine tragen.

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