Hygienevorschriften in Krankenhäusern oftmals nicht eingehalten

Veröffentlicht am: 26.07.2017

Multiresistente Erreger (MRE) sind nach wie vor einer der vermuteten Hauptgründe für tödliche Erkrankungen im Rahmen von stationären Krankenhausaufenthalten. Der am meisten verbreitete Keim ist unter dem Kürzel MRSA bekannt geworden (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus).

Zwar sind die meisten Keime, ob multiresistent oder nicht, nicht per se gesundheitsschädlich. Führen sie allerdings zu einer sog. nosokomialen Infektion, also einer durch einen Krankenhausaufenthalt entstandenen Infektion, so stellen insbesondere die multiresistenten Erreger ein großes Problem dar, da ihnen oftmals nicht oder nur sehr begrenzt mit Antibiotika begegnet werden kann. Solange es in der medizinischen Wissenschaft keinen adäquaten Ersatz zur Antibiotikatherapie gibt, ist die Prävention von Infektionen das wirksamste Mittel.

Das Maßnahmenbündel von Gesetzen und Vorschriften stößt dabei auf die Realität in vielen deutschen Kliniken, die an Personal- und/oder Geldmangel leiden. Muss sich hierzulande eine Pflegekraft um zwei bis drei Patienten pro Schicht kümmern (idealerweise kommt – wie in den Niederlanden – eine Pflegekraft auf einen Patienten pro Schicht), sind die Vorgaben des Gesetzgebers, die Hygiene betreffend, oft nicht umsetzbar. Parallel dazu hat sich die Anzahl der Operationen in den letzten zehn Jahren um ca. 30 % erhöht, bei gleichzeitigem Abbau an Vollzeitpflegekräften in fünfstelliger Höhe.

In der Folge, so schätzt es die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene, infizieren sich jährlich zwischen 1,0 und 1,2 Millionen Patienten an Krankenhauskeimen, zumeist auf Intensivstationen; ca. 40.000 sterben schließlich daran.  Zudem gibt es nach wie vor zu wenige Hygienespezialisten, die im Falle einer Infektion innerhalb eines Krankenhauses hinzugezogen werden können.

Umso wichtiger ist

  • eine umfassende Aufklärung durch einen Arzt vor einem Klinikaufenthalt und ggf. einem operativen Eingriff, ob die beabsichtigte Therapiemaßnahme wirklich zwingend notwendig ist;
  • der MRE-Test bei stationärer Aufnahme (Präventionsmaßnahme);
  • die Hygienesicherung der Klinik während des Krankenhausaufenthaltes;
  • die persönliche Hygiene des Patienten in dieser Zeit.

Stichwörter: , , , , , , ,

Anruf