Künstliche Gelenke – Zu oft müssen Hüfte und Knie wieder raus!

Veröffentlicht am: 09.06.2017

I.

. . . unter diesem Titel stand ein sachlich zutreffender Beitrag in der Sendung ‘Plusminus’ (ARD) am 07.06.2017.

Danach würden jährlich 400.000 Hüft- und Knieimplantate pro Jahr in Deutschland eingesetzt, wobei jede 10. Prothese wieder ausgewechselt werden müsse. Grund für die notwendige Auswechslung künstlicher Gelenke seien (… neben den sicherlich immer wieder auftretenden ärztlichen Kunstfehlern bei der Auswahl oder bei der Einsetzung der Prothese) oftmals Fabrikationsmängel der Hersteller.

Für den Patienten führen die Fabrikationsmängel der Prothesen zu Schmerzen im Bewegungsapparat bis hin zu Knochenkrebs sowie der Schädigung von inneren Organen. Die Folgen sind oftmals Dauerschäden, die im Einzelfall bis zur vorzeitigen Verrentung führen. Auch muss sich der Patient in vielen Fällen Revisionsoperationen unterziehen, deren Erfolg ungewiss ist. Die Lebensqualität ist für den Patienten manchmal grundlegend eingeschränkt, da eine völlige Schmerzfreiheit fast nie mehr erreicht wird.

II.

So sind mangelhafte Prothesen möglicherweise Zeitbomben im Körper des Patienten.

Ein Beispiel für problematische Prothesen insbesondere im Bereich der künstlichen Hüfte sind die Produkte der Firmen DePuy Orthopaedics Ltd., Finsbury Orthopaedics Ltd. sowie MatOrtho Ltd..

Schon 2010 bzw. 2011 rief die Firma DePuy Orthopaedics Ltd. weltweit die drei Varianten ihrer in den Verkehr gebrachten Hüftendoprothesen zurück.

Bei den von der Firma Zimmer GmbH vertriebenen Hüftprothesen gleiten die metallenen Oberflächen aufeinander, wobei sich aus dem Werkstoff Teilabriebe bilden können, die in das umliegende Gewebe und ins Blut gelangen und zu einer Schwermetallübersättigung des Körpers führen können.

Diese ‘Vergiftung’ kann zu Entzündungen und zur Schädigung innerer Organe (Herz, Leber, Milz, Nieren usw.) führen. Überdies kann der Abrieb den Sitz der Gelenkprothese lockern mit der Folge eines evtl. Knochenfraßes.

Ein Rückruf der beiden Systeme der Fa. Zimmer GmbH ist bisher gleichwohl nicht erfolgt.

III.

Der überwiegende Teil der mit derartigen Prothesen versorgten Patienten lebt – mit welchen gesundheitlichen Einschränkungen auch immer – bis heute mit dieser, wie eine Zeitbombe tickenden Versorgung.

Insofern ist allen Patienten, die eine entsprechende Prothese erhalten haben oder erhalten sollen, zu raten, sich ausführlich mit der Problematik auseinanderzusetzen.

Patienten, die o.g. Prothesen erhalten haben, sollten sich unbedingt – ungeachtet einer aktuellen gesundheitlichen Problematik – auf jeden Fall mit der Frage späterer Auswirkungen beschäftigen.

Allen Patienten, die eine entsprechende Prothetik erhalten haben und schon über gesundheitliche Probleme einschlägiger Art klagen, wird dringend geraten, unverzüglich Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

IV.

Probleme mit eingesetzten Prothesen können sich auch bei Prothesentypen ergeben, deren Einsatz heute aktuell ist, gleichgültig welcher Körperteil versorgt wurde (Hüfte, Knie usw.).

Den Patienten wird geraten, sich unverzüglich fachlicher Hilfestellung zu bedienen, wenn die Prothesen gesundheitliche Beschwerden bereiten. Es bleibt in jedem Fall abzuklären, ob sich die eingesetzte Prothese als einsatzfähig erweist.

Grund für die Problematik bei Medizinprodukten oben genannter Art ist die niedrige Zulassungshürde in Europa. So können Medizinprodukte (u.a. Prothesen), anders als z.B. Arzneimittel, auch ohne umfassende klinische Studien auf den Markt gebracht werden, was gerade im Hinblick auf die Erprobung im Dauertest nicht immer ausreicht.

V.

Beschwerden bei eingesetzten Prothesen müssen allerdings nicht grundsätzlich auf eine Fehlerhaftigkeit des Medizinproduktes zurückzuführen sein. Sie können auch daraus resultieren, dass seitens des Arztes eine falsche Auswahl getroffen worden ist (… nicht zuletzt aufgrund einer unzureichenden Abklärung der Erforderlichkeiten und der Lebensumstände des Patienten) oder/und auch ärztliche Fehler beim Einsetzen der Prothese gemacht worden sind.

Wir als seit Jahren im Bereich des Arzthaftungsrechtes ausschließlich auf Patientenseite tätige Rechtsanwälte stehen den Patienten zu Beratungsgesprächen zur Verfügung, insbesondere in den Fällen, in denen die Patienten unter Beschwerden leiden und in denen ggf. Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche im Raume stehen.

Sollten Sie insofern gesundheitliche Schäden durch eine Prothesenversorgung erlitten haben oder sich derartige Schäden andeuten, könnten Ihnen möglicherweise Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche zustehen, die unbedingt und zeitnah abzuklären sind, damit Folge- und Spätschäden vermieden werden und Beweise frühzeitig gesichert werden können.

Sollten Sie betroffen sein, so können Sie sich telefonisch oder schriftlich mit uns in Verbindung setzen.

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