Misslungene Schönheits-OPs – Sat.1 berichtet

Veröffentlicht am: 19.04.2018

In einer Reportagereihe unter dem Titel „Drama Schönheits-OP“ (Sendungen vom 04.04., 11.04., 18.04.2018) wurde die Thematik von Komplikationen im Zusammenhang mit Schönheitsoperationen und deren Folgen aufgegriffen. Unter den Titeln „Chronische Schmerzen nach OP-Pfusch“, „Krebsrisiko Implantat“ und „Im Ausland verpfuscht“ begleitete Sat.1 verschiedene Patienten, die unter den Folgen misslungener Schönheits-OPs zu leiden haben.

Die Zahl der Schönheitsoperationen in Deutschland steigt stetig. Immer wieder kommt es im Rahmen von Schönheitsoperationen jedoch zu Komplikationen. Oftmals verbleiben tiefe Narben, dauerhafte Schmerzen und Entstellungen, was wiederum zu Folgeeingriffen und hiermit verbundenem Leiden führt. Die Kosten hierfür werden von den Krankenkassen meist nicht übernommen, da es sich bei der ursprünglichen Schönheitsoperation oftmals nicht um einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt.

Wenn die Folgen einer Schönheitsoperation auf einem Behandlungsfehler des Arztes beruhen, stehen den Patienten jedoch Schadenersatz- und Schmerzensgeldansprüche gegen den behandelnden Arzt zu. Derartige Ansprüche können ggfs. auch durchgesetzt werden, wenn die Operation im Ausland vorgenommen wurde.

Ein Behandlungsfehler liegt immer dann vor, wenn die Durchführung der Operation nicht den anerkannten medizinischen Maßstäben entspricht, was grundsätzlich der Patient zu beweisen hat. Zur Klärung der Frage, ob ein Behandlungsfehler vorliegt, werden in der Regel fachmedizinische Sachverständigengutachten herangezogen.

Ein Behandlungsfehler bei einer Schönheits-OP kann beispielsweise schon darin liegen, dass der Arzt den Eingriff vornimmt, obwohl Anzeichen einer psychischen Störung (z.B. einer Depression) vorliegen. Bei derartigen Anzeichen darf ein Arzt eine Schönheitsoperation nicht ohne Weiteres vornehmen.

Entsprechend hat der Bundesgerichtshof im Urteil vom 15.12.2015 (Az. VI ZR 557/15) entschieden, dass eine Schönheitsoperation nicht ohne Weiteres vorgenommen werden darf, wenn bei einer Patientin eine körperdysmorphe Symptomatik vorliegt.

Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche stehen den Patienten ggfs. aber auch dann zu, wenn die Aufklärung bzgl. der Operation durch den Arzt nicht richtig erfolgt ist.

Über Behandlungsalternativen und Risiken des geplanten Eingriffs müssen Patienten umfassend aufgeklärt werden. Da Schönheitsoperationen oftmals nicht medizinisch notwendig, sondern freiwillig sind, trifft den Arzt hier eine verstärkte Aufklärungspflicht. Nach der Rechtsprechung muss der Patient umfassend, mit besonderer Sorgfalt und schonungslos über mögliche negative Folgen des Eingriffs aufgeklärt werden. Kommt der Arzt dem nicht nach, liegt ein Aufklärungsfehler vor, aufgrund dessen der Arzt zur Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld verpflichtet sein kann.

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