Pflegeversicherung: ‘Pflegestufe’ abgelehnt? Was ist zu tun?

Veröffentlicht am: 31.08.2017

Seit dem 01.01.2017 gilt das neue Pflegestärkungsgesetz II, welches einen neuen, deutlich weiteren Pflegebedürftigkeitsbegriff beinhaltet und fünf neue Pflegegrade eingeführt hat, welche die früher geltenden Pflegestufen ersetzt haben.

Bei der Begutachtung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit muss der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) seit dem 01.01.2017 die Pflegebedürftigkeit und den Grad der Selbständigkeit der zu pflegenden Person für jeden Lebensbereich (Mobilität, kognitive und kommunikative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, Selbstversorgung etc.) anhand einer Kriterienliste feststellen und ihren Fokus nicht mehr – wie nach altem Recht – auf die Frage richten, wie viel Zeit die Pflegekraft für bestimmte Verrichtungen benötigt.

Wer bereits nach dem alten Recht Leistungen aus der Pflegeversicherung bezogen hat, braucht keinen neuen Antrag bei der Pflegekasse zu stellen, sondern wird automatisch aus der bisherigen Pflegestufe in den nächsthöheren oder übernächsten Pflegegrad eingestuft.

Aber was ist zu tun, wenn ein Erstantrag auf Leistungen der Pflegeversicherung oder ein Antrag auf Einstufung in einen höheren Pflegegrad abgelehnt wird?

Da die Begutachtung durch den MDK oft fehlerhaft ist, ist es ratsam, gegen den Bescheid der Pflegekasse rechtzeitig – ggf. durch einen fachkundigen Rechtsanwalt – Widerspruch einzulegen. Bleibt die Pflegekasse in dem Widerspruchsbescheid bei ihrer Entscheidung, besteht die Möglichkeit hiergegen innerhalb eines Monats Klage beim zuständigen Sozialgericht einzureichen.

Wenn Sie einen Antrag auf Leistungen aus der Pflegeversicherung stellen möchten oder Probleme im Zusammenhang mit einem bereits gestellten Antrag haben, können Sie uns gern kontaktieren.

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