Kein vollständiger Ausschluss von Schadenersatz wegen Mitverschuldens

Veröffentlicht am: 28.04.2015

Im Urteil vom 28.04.2015 hatte sich der BGH mit einem Schadensersatzanspruch eines niedergelassenen Zahnarztes wegen eines Skiunfalls zu befassen, der sich in Österreich ereignete. Bei diesem Skiunfall mit einem anderen Skifahrer erlitt der klagende Zahnarzt u.a. einen Oberschenkelhalsbruch. Die Haftpflichtversicherung des beklagten Skifahrers, der den Unfall mitverursacht hatte, zahlte vorgerichtlich an den Kläger zum Ersatz des materiellen Schadens einen Betrag in Höhe von 14.000,– € und Schmerzensgeld in Höhe von 7.000,– €. Den vom Kläger weiter geltend gemachten Schaden hatte sowohl das LG Berlin als auch das Kammergericht Berlin mit der Begründung abgewiesen, die Ansprüche gegen den Beklagten seien aufgrund der vorgenommenen Zahlungen erfüllt, und eine weitere Haftung komme wegen des überwiegenden Mitverschuldens des Klägers an dem Unfall nicht in Betracht. Dies hat der BGH anders gesehen und das Urteil des Kammergerichts Berlin aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das Kammergericht zurückverwiesen. Zur Begründung führt der BGH im Wesentlichen aus, dass zwar bei besonderen Fallgestaltungen einer der an einem Unfall Beteiligten allein für den Schaden aufkommen müsse. Dies sei jedoch nur ausnahmsweise der Fall, was aber vorliegend nicht in Betracht komme.

Stichwörter: , , , ,

Wir verwenden Cookies ausschließlich, wenn sie notwendig sind. Durch die weitere Nutzung unserer Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen
Ok, verstanden