Legionellenprophylaxe – Trinkwasserhygiene – Haftungsfälle

Veröffentlicht am: 22.10.2017

Legionellen sind kleinste Bakterien, die sich i.d.R. in stehendem Wasser vermehren.

Wie auch in den letzten Tagen angesichts aktueller Fälle in einem deutschen Krankenhaus durch verschiedene Medien berichtet, besteht eine unterschätzte Gefahr, durch Brauchwasser an Legionellen zu erkranken, was in schweren Fällen sogar zum Tod führen kann. Die Ursachen hierfür sind oftmals technische Mängel in der Installation des Frischwassers, nicht zuletzt jedoch auch in der Erwärmung des gespeicherten täglich benutzten Wassers von unter ca. 60 Grad. Haftungstatbestände ergeben sich aus einer unzureichenden Beachtung der Verpflichtungen aus § 1 TrinkwV (Trinkwasserverordnung), wonach die menschliche Gesundheit u.a. vor o.g. Keimen im Wasser geschützt werden muss.

Besonders medizinische Einrichtungen, bei denen gesundheitlich beeinträchtigte Personen mit Frischwasser in Berührung kommen, sind besonders zu schützen. Einfache Vorkehrungen/Maßnahmen (z.B. Einbau von Desinfektionsanlagen, Durchführung von regelmäßigen Spülungen, Erhitzung von gespeichertem Bade- u. Duschwasser über ca. 60 Grad) bieten einen effektiven Schutz.

Keine Gefahr besteht, wenn keimhaltiges Wasser getrunken oder zum Händewaschen benutzt wird.

Gefahr besteht i.d.R. nur dann, wenn – z.B. beim Duschen oder Baden – keimbelasteter Wasserdampf eingeatmet wird und dieser dadurch eine besondere Form der Lungenentzündung (Legionellose) auslöst.

Anzeichen einer Legionellenerkrankung sind sehr rasch zunehmende Brust- und Kopfschmerzen, Husten, Schüttelfrost und hohes Fieber teilweise bis über 40 Grad.

Des Weiteren kann die Erkrankung zur Benommenheit mit schweren Verwirrtheitszuständen führen, teilweise einhergehend mit Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen.

Letztendlich handelt es sich um grippeähnliche Symptome, die zwar auch symptomlos bleiben können, doch in anderen Fällen eine lebensgefährliche Lungenentzündung hervorzurufen in der Lage sind. Der Verlauf hängt im Wesentlichen von der Abwehrlage des Körpers des Betroffenen ab.

Sind die Abwehrkräfte geschwächt (z. B. bei Patienten nach schwerer Operation, bei der Behandlung mit solchen Medikamenten oder bei Kranken, die grundsätzliche eine Schwächung des Immunsystems aufweisen, wie z.B. bei Diabetes Mellitus), steigt das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes. Auch das Alter des Menschen spielt eine entscheidende Rolle sowie Nikotin- und Alkoholkonsum.

Dieses Thema ist zwar hoch sensibel, wird jedoch in der Praxis oft vernachlässigt oder ist schlichtweg unbekannt.

Verantwortlich für die Sicherung der Wasserhygiene sind Gebäudeeigentümer, Betreiber von Einrichtungen und sonstige Anschlussnehmer.

Aufgrund dieser Sachlage sind insbesondere alle die der Gesundheits- und Personensorge dienenden Einrichtungen wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Alters- und Pflegeheime usw. gehalten, eine besondere Sorgfalt bei der Versorgung mit Frischwasser an den Tag zu legen, was allerdings nicht nur durch den Einbau von Schutzvorkehrungen, sondern zudem auch durch die regelmäßige Überprüfung der Leitungen und die feststellende Qualitätsprüfung des Frischwassers i.S. einer aktuellen Hygienevorsorge erfolgen sollte/muss.

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