Volkswagen AG: Schadensersatz für Aktionäre wegen erlittener Kursverluste

Veröffentlicht am: 01.10.2015

Am 20. September 2015 hat die Volkswagen AG eingeräumt, die Steuersoftware von Dieselfahrzeugen derart manipuliert zu haben, dass diese Fahrzeuge einen Abgastest erkennen und die entsprechenden Abgasnormen einhalten konnten. Im alltäglichen Betrieb wurden die gesetzlich vorgeschriebenen Abgasnormen jedoch teilweise um das 40-fache überschritten. Betroffen sind Millionen von Fahrzeugen des VW-Konzerns wie z.B. VW, Audi, Seat und Skoda, vor allem in den USA und der Europäischen Union.

Schon im Mai 2014 veröffentlichte die West Virginia University eine Studie, wonach Messwerte für die Fahrzeugmodelle VW Jetta 2012 und VW Passat 2013 erheblich höher ausgefallen waren, als dies im Zertifizierungsverfahren der Fall gewesen ist. Erst als die EPA Umweltschutzbehörde der USA (EPA) und die Emissionsschutzbehörde Kaliforniens (CARB) ankündigten, dass ohne eine plausible Erklärung die Diesel-Modelle von VW für das Jahr 2016 nicht zertifiziert werden, hat die Volkswagen AG nach Angaben der EPA eingestanden, die Messwerte im Prüfverfahren durch Software manipuliert zu haben.

Diese aktuellen Ereignisse gingen mit einem beträchtlichen Kurssturz der VW-Aktien (sowohl Stamm- als auch Vorzugsaktien) an der Börse einher. Unmittelbar nach dem Eingeständnis der VW AG, die Fahrzeuge manipuliert zu haben, verlor die Aktie rund 17 Prozent und ging am 21.09.2015 bei einem Kurs von 132,68 EUR aus dem Handel. Über den Tag rutschte die Aktie sogar auf 127,00 EUR. Am Vortag war das Papier noch bei einem Kurs von 165,00 EUR aus dem Handel gegangen. Seit Mitte Mai 2014 bis zum 21.09.2015 ist der Kurs der Vorzugsaktie der Volkswagen AG um 29,57 % gesunken.

Bei der Tatsache, dass die Volkswagen AG Fahrzeuge produziert, vermarktet und veräußert hat, die aufgrund der Abgas-Manipulation nicht die Voraussetzungen für eine entsprechende Zertifizierung erfüllen, dürfte es sich um eine sog. Insiderinformation nach § 13 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) handeln. Gem. § 15 WpHG war die Volkswagen AG jedoch verpflichtet, ihre Aktionäre per sog. Ad-hoc-Mitteilung über diese Tatsache aufzuklären, was aber pflichtwidrig unterblieben ist. Damit können Aktionäre, die Aktien der Volkswagen AG in dem Zeitraum erworben haben, in dem die Volkswagen AG von den beeinflussten Messverfahren oder den nicht erfüllten Zertifizierungsvoraussetzungen Kenntnis hatte, für erlittene Kursverluste von der Volkswagen AG gem. § 37b WpHG Schadensersatz verlangen.

Es besteht auch die Möglichkeit, Ansprüche in einem Musterverfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (umgangssprachlich auch als „Sammelklage“ bezeichnet) geltend zu machen. Für nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


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