Stichword-Archiv: Schmerzensgeld

Meldungen mit dem Stichwort „Schmerzensgeld“

Behandlungsfehler – OLG Hamm spricht hirngeschädigtem Kind Schmerzensgeld zu

Veröffentlicht am: 29.06.2018

Wäre das Kind nur etwa 45 Minuten früher entbunden worden, hätte es möglicherweise ein unbeschwertes Leben führen können. So kam es aufgrund einer Sauerstoffunterversorgung mit schweren Hirnschäden zur Welt. Das Oberlandesgericht Hamm sieht schwere Versäumnisse bei dem behandelnden Gynäkologen und verurteilt ihn zu einer Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 400.000 Euro an das heute neunjährige Kind (Az.: 3 U 63/15). (weiterlesen...)

Misslungene Schönheits-OPs – Sat.1 berichtet

Veröffentlicht am: 19.04.2018

In einer Reportagereihe unter dem Titel „Drama Schönheits-OP“ (Sendungen vom 04.04., 11.04., 18.04.2018) wurde die Thematik von Komplikationen im Zusammenhang mit Schönheitsoperationen und deren Folgen aufgegriffen. Unter den Titeln „Chronische Schmerzen nach OP-Pfusch“, „Krebsrisiko Implantat“ und „Im Ausland verpfuscht“ begleitete Sat.1 verschiedene Patienten, die unter den Folgen misslungener Schönheits-OPs zu leiden haben. (weiterlesen...)

Geburtsschaden nach Behandlungsfehler – 550.000 Euro Schmerzensgeld

Veröffentlicht am: 23.03.2018

Geburtsschäden sind häufig nicht einfach nur Schicksal, sondern leider auch immer wieder die schwerwiegende Folge von Behandlungsfehlern. Neben der emotionalen Belastung und der Pflege für das Kind kommen auch erhebliche finanzielle Belastungen auf die Familie zu. Zumindest in finanzieller Hinsicht kann den Eltern geholfen werden. Sind die Geburtsschäden auf Behandlungsfehler der Ärzte oder Hebammen zurückzuführen, können Schmerzensgeld- und Schadensersatzansprüche für das betroffene Kind durchgesetzt werden. (weiterlesen...)

BGH: Schmerzensgeld, wenn Operation nicht vom vereinbarten Arzt durchgeführt wird

Veröffentlicht am: 14.03.2018

Wird im Rahmen einer Wahlleistungsvereinbarung festgelegt, dass eine Operation von einem bestimmten Arzt (in der Regel vom Chefarzt) durchgeführt werden soll, muss dieser den Eingriff auch tatsächlich selbst vornehmen. Seine bloße Anwesenheit bei der OP reicht nicht aus. Operiert ein anderer Arzt als vorgesehen, muss der Patient dem zustimmen. Ansonsten kann er einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben, wie Urteile des Bundesgerichtshofs vom 19.07.2016 (Az.: VI ZR 75/15) und des Oberlandesgerichts Hamm vom 15.12.2017 zeigen (Az.: 26 U 74/17). (weiterlesen...)

Grober Behandlungsfehler bei HWS-Operation – OLG Hamm spricht Patientin 400.000 Euro Schmerzensgeld zu

Veröffentlicht am: 12.03.2018

Nach einer Operation an der Halswirbelsäule ist eine Patientin querschnittsgelähmt. Das Oberlandesgericht Hamm spricht der Frau mit Urteil vom 11.11.2016 Schmerzensgeld in Höhe von 400.000 Euro aufgrund zum Teil grober Behandlungsfehler zu (Az.: 26 U 111/15).

Wie das OLG Hamm ausführt, kann die Vornahme eines schwerwiegenden operativen Eingriffs, wie hier die HWS-OP, ohne eine zuvor gesicherte Diagnose als grober Behandlungsfehler zu werten sein. Zudem stellte es fest, dass eine Operation nicht indiziert ist, wenn vor der OP eine neurologische Untersuchung geboten ist und diese ausbleibt.

In dem zu Grunde liegenden Fall klagte eine Krankenschwester seit Jahren über Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Nach einer Untersuchung im Krankenhaus wurde ihr eine Operation im Bereich der Halswirbelsäule empfohlen. Dabei sollte eine Bandscheibenprothese implantiert und mehrere Wirbel versteift werden. (weiterlesen...)

Unzureichende Aufklärung vor OP – OLG Hamm spricht Patient Schmerzensgeld zu

Veröffentlicht am: 07.03.2018

Ist eine Operation zwar für den Patienten empfehlenswert, doch nicht zwingend erforderlich, treffen den Arzt weitreichende Aufklärungspflichten. Er muss dem Patienten gesicherte alternative Behandlungsmöglichkeiten erläutern. Bei einer Verletzung dieser Aufklärungspflichten können dem Patienten Ansprüche auf Schmerzensgeld und Schadensersatz zustehen, wie ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm vom 15. Dezember 2017 zeigt (Az.: 26 U 3/14). (weiterlesen...)

KG: Rechtsprechung des EuGH gilt auch für Hüftprothesen

Veröffentlicht am: 24.08.2016

Mit Urteil vom 09.07.2015 hat das Kammergericht in Berlin (28.08.2015) geurteilt, dass die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes zur Produkthaftung bei einer fehlerhaften Produktserie auch auf Hüftprothesen anwendbar ist.

Ursprünglich hatte der EuGH entschieden, dass bei Defibrillatoren (sog. ICDs) ein einzelnes Produkt bereits dann als fehlerhaft gilt, wenn die ganze Serie als fehlerhaft gilt, auch wenn beim konkreten Produkt ein Fehler nicht nachgewiesen sei (KQP berichtete). (weiterlesen...)

OLG Hamm: Fehlende Aufklärung eines Zahnarztes über alternative Anästhesieform

Veröffentlicht am: 23.08.2016

Mit Urteil vom 19.04.2016 hat das Oberlandesgericht Hamm (26 U 199/15) einen Zahnarzt wegen eines Aufklärungsfehlers zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt, da er nicht über eine gleichwertige alternative Anästhesieform aufgeklärt hatte.

Der Patient hatte vor der Behandlung angegeben, Angstpatient zu sein. Der Arzt wählte als Anästhesieform eine sog. Leitungsanästhesie. Bei dieser Form der örtlichen Betäubung werden gezielt Nerven im betroffenen Bereich betäubt. Über die alternative Möglichkeit einer sog. intraligamentären Anästhesie, bei welcher das Betäubungsmittel stattdessen in den Desmodontalspalt zwischen Zahnwurzel und umgebendem Gewebe gespritzt wird, hatte er hingegen nicht aufgeklärt. (weiterlesen...)

OLG Oldenburg: Unterlassene Hinzuziehung eines Arztes (grober Behandlungsfehler)

Veröffentlicht am: 23.08.2016

Das Oberlandesgericht Oldenburg hat mit Urteil vom 28.10.2015 (Aktenzeichen 5 U 156/13) entschieden, dass es einen groben Behandlungsfehler eines Pflegers darstellt, wenn dieser trotz erkannter Zustandsverschlechterung des Patienten keinen Arzt zur Entscheidung über die weitere Behandlung hinzuzieht.

Im konkreten Fall war der klagende Patient am späten Nachmittag mit hohem Fieber in die beklagte Klinik eingeliefert worden. Es wurde „Fieber unklarer Genese“ diagnostiziert. Anzeichen für eine Hirnhautentzündung (Meningitis) konnten zunächst nicht festgestellt werden. (weiterlesen...)

OLG Hamm: 100.000 € Schmerzensgeld wegen grob fehlerhaft nicht abgeklärter Hautkrebssymptomatik an einem Zehennagel

Veröffentlicht am: 02.02.2016

Mit Urteil vom 27.10.2015 hat das Oberlandesgericht Hamm (26 U 63/15) eine dermatologische Gemeinschaftspraxis wegen eines groben Behandlungsfehlers zur Zahlung von 100.000 € Schmerzensgeld verurteilt.

Die zwischenzeitlich verstorbene Ehefrau des Klägers war wegen einer Auffälligkeit an einem Zehennagel nach einer hausärztlichen Überweisung von einem der beklagten Hautärzte behandelt worden. Nach sachverständiger Begutachtung gelangte das Gericht zu der Auffassung, dass neben einem Nagelhämatom auch eine Pilzerkrankung und ein Melanom (ein bösartiger Tumor) in Betracht gekommen waren. (weiterlesen...)

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